Thomas Schenk

MEDIEN

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Mit einer Hermes Baby auf Schienen.

Werbe Woche; 1. Juli 2004

Ruf Lanz und die Verkehrsbetriebe Zürich schicken einen Tramchauffeur und Journalisten als Kolumnisten auf Werbetour.

Von Luca Aloisi

Vor wenigen Tagen liessen die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) innerhalb der seit 2001 laufenden Einzelsujet-Kampagne eine neue Kampagne aus dem Depot rollen. Während Erstere die unterschiedlichsten Kundennutzen ironisch dramatisiert - vom dichtesten Fahrplan Europas über das grosse Fahrangebot bis hin zur Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit -, soll jetzt ergänzend zur Kundenoptik auch die Sicht aus der Fahrkabine den Passagieren näher gebracht werden.

Bei einem Brainstorming zusammen mit der VBZ-Unternehmenskommunikation vor einem Jahr stellte die Hausagentur Ruf Lanz fest, dass, obwohl viel über den öffentlichen Verkehr geschrieben wird und sich noch mehr damit fortbewegen - mit den VBZ täglich 800000 -, der «Überblick» der rund 1300 VBZ-Fahrer und -Fahrerinnen noch weitgehend unbekannt ist. Dieser Gedanke brachte die CDs Danielle Lanz und Markus Ruf auf eine Werbeidee und das nötige Glück bei der Umsetzung. Haben doch die VBZ mit Thomas Schenk seit einiger Zeit einen Tramführer im Dienst, der nicht nur fahren, sondern auch schreiben kann. «Teilzeit-Chauffeur Thomas Schenk ist in seinem angestammten Beruf Journalist», sagt Ruf begeistert über diesen glücklichen Zufall.

Fahrerkabine und Dichterklause

Dank dieser Fügung und der optimalen Ausgangslage bei der Pendlerzeitung 20 Minuten wurde schon bald eine 14-tägliche Kolumne eingerichtet, die am letzten Juni-Montag gestartet ist. Darin schildert Thomas Schenk, der unter anderem auch schon für das NZZ Folio geschrieben hat, seine Eindrücke und Erlebnisse aus seiner Wagenführerperspektive.

Seine Texte sollen Interesse und Verständnis für den Beruf der Fahrerinnen und Fahrer wecken und ein sympathisches Bild der VBZ vermitteln, hoffen die Auftraggeber Heinz Vögeli, Astrid Rappel und Manu Wüest. Der Kolumnist sagt über seine neue Aufgabe, er sehe sich weniger als Werbefigur der VBZ und schon gar nicht als Mister VBZ, sondern «als Geschichtenerzähler, so in der Art eines Tram fahrenden Stadtschreibers».

Die VBZ-Antwort auf die Pendlerregeln-Kolumne von Bänz Friedli zeigt den Autor in einer zur Dichterklause umfunktionierten Fahrerkabine mit mechanischer Schreibmaschine. Passend zum Einstand behandelte die erste Kolumne das Grussritual der Tramchauffeure, ein Thema, das, so Markus Ruf, in der klassischen Werbung sonst kaum Daseinsberechtigung hätte.

Tatsächlich hebt sich die Kolumne dank ihrer unprätenziösen und profiliert unterhaltenden Art von den üblichen Publireportagen ab. Diese Form der Kundenpflege kennt die VBZ bereits seit mehreren Jahren als Dialogkampagne, die sie in Eigenregie und im Wochenrhythmus führt. Im Gegensatz zu dieser ist die neue Kolumne thematisch nicht von den Kundenfragen eingegrenzt, obwohl eine Feedback-Möglichkeit via E-Mail besteht. Die beiden Kampagnen werden sich deshalb alternieren.

Kolumne fördert Bewusstsein

Schenk, der nach seinem Studium und zehn Jahren als Journalist im neuen Beruf die lang gesuchte feste Struktur und klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit fand, ist gespannt auf die Rückmeldungen, Kritik, Lob und Anregungen. «Diese Kolumne gibt mir Gelegenheit, mich bewusster mit meiner Tätigkeit als Tramführer auseinander zu setzen, das heisst, noch genauer zu beobachten, zuzuhören, meine eigenen Gedanken beim Fahren zu verfolgen», sagt er.

Gespannt warten wir jetzt auf seinen Beitrag darüber, wie es die Tramfahrer erleben, wenn sie Herbeieilende wegen der Türsperre nicht mehr einsteigen lassen können. «Vielleicht müsste man an Montagen die Gratiszeitung in 25 Minuten umtaufen», witzelt Markus Ruf und verspricht damit gute Unterhaltung.

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